Das DEI-Paradoxon: Warum Vielfalt in der IT plötzlich „zu teuer“ wird
Der Kern: Tech-Konzerne streichen ihre Diversitätsprogramme zusammen, sobald der Wind kälter weht. Damit beweisen sie: Vielfalt war für sie oft nur PR, keine echte Überzeugung.
Es war die große Ära des "Washing": Jeder Tech-Riese hatte bunte Logos, DEI-Beauftragte und glänzende Broschüren über Frauen in der IT. Doch kaum sinken die Aktienkurse oder steigen die Zinsen, wird das Rad zurückgedreht. Programme werden gestrichen, Teams aufgelöst. Vielfalt wird als „optionaler Luxus“ behandelt, dabei ist sie das Fundament für Innovation.
Wenn Rollenklischees zur Bremse werden
Wir kämpfen immer noch gegen die gleichen alten Geister. Frauen in der IT müssen oft doppelt so gut sein, um halb so viel Anerkennung zu bekommen. Wir werden als "Exotinnen" bestaunt, aber in den Führungsetagen bleibt es meist beim "Old Boys Club". Dabei zeigen Studien der Gesellschaft für Informatik (GI) und Marktanalysen klar: Echte Vielfalt ist eine Führungsleistung und kein nettes Extra. Sie ist notwendig, um Software zu entwickeln, die für alle Menschen funktioniert – nicht nur für die, die sie programmieren.
„Vielfalt ist keine Charity-Veranstaltung, sondern die einzige Versicherung gegen die Betriebsblindheit einer ganzen Branche.“
Das Risiko der Monokultur
Wenn Tech-Konzerne DEI zurückfahren, riskieren sie eine gefährliche Monokultur. Eine Branche, die nur aus einer Perspektive denkt, baut KIs, die rassistische oder sexistische Vorurteile reproduzieren. Sie baut Tools, die die Lebensrealität von Müttern oder neurodivergenten Menschen komplett ignorieren. Wer jetzt am falschen Ende spart, zahlt später den Preis durch schlechte Produkte und fehlende Talente.
Der kritische Blick: Was wir übersehen
Vielleicht ist das Ende der großen PR-Programme sogar eine Chance. Wenn die "Hochglanz-Diversität" stirbt, bleibt Platz für echte Veränderung von unten. Wir brauchen keine Konzerne, die uns als "Aushängeschild" nutzen. Wir brauchen Strukturen, die Frauen und diverse Talente einfach machen lassen. Weniger Reden, mehr Code, mehr echte Verantwortung.
Schlaue Fragen zum Nachdenken:
- Ist ein Unternehmen wirklich innovativ, wenn es Vielfalt nur dann fördert, wenn das Budget im Überfluss vorhanden ist?
- Wie können wir als Frauen in der Tech-Branche eigene Netzwerke schaffen, die unabhängig von den DEI-Budgets der Großkonzerne funktionieren?
- Warum wird "Diversität" oft als Belastung empfunden, statt als Lösung für den massiven Fachkräftemangel in der IT?