Frauenstreik 2026: Wenn wir stehen, steht die Welt (und der Code) still

Frauenstreik 2026: Wenn wir stehen, steht die Welt (und der Code) still
KI Generiert J.Rabe

Der Kern: Warum wir am 9. März ein Zeichen setzen müssen – und wie du teilnehmen kannst, auch wenn du rechtlich nicht „streiken“ darfst.

Der legendäre „Laugardagurinn langi“ (der lange Samstag) 1975 in Island hat es gezeigt: Als 90 % der Frauen die Arbeit niederlegten – im Beruf und im Haushalt –, stand das Land still. Sie haben nicht nur nicht gearbeitet, sie haben auch nicht gekocht und keine Kinder betreut. Heute, Jahrzehnte später, kämpfen wir in Deutschland immer noch für Lohngerechtigkeit, gegen Altersarmut von Frauen und für echte Gleichberechtigung in Branchen wie der IT.

Fakten-Check: Streikrecht ist nicht für jede einfach

Es ist wichtig, ehrlich zu sein: In Deutschland ist das Streikrecht eng an Tarifauseinandersetzungen geknüpft. Das bedeutet:

  • Beamtinnen: Dürfen rechtlich nicht streiken.
  • Auszubildende: Stehen oft in einem Abhängigkeitsverhältnis, besonders in Betrieben ohne Betriebsrat.
  • Selbstständige: Können zwar ihre Arbeit niederlegen, tragen aber das volle finanzielle Risiko.
„Ein Streik findet nicht nur auf der Straße statt, sondern vor allem in unseren Köpfen und Netzwerken.“

Was du tun kannst, wenn du nicht „offiziell“ streiken darfst

Wenn die rechtliche Lage oder deine berufliche Situation eine Arbeitsniederlegung schwierig machen, gibt es kraftvolle Alternativen:

  1. Digitale Sichtbarkeit: Nutze den Tag, um über Missstände aufzuklären. Vernetze dich online. Folgt unbedingt dem Töchterkollektiv, die auf allen Plattformen herausragende Arbeit leisten und informieren.
  2. Care-Arbeit bestreiken: Wer sorgt zu Hause dafür, dass alles läuft? Wenn möglich, lass am 09.03. den Haushalt ruhen. Zeig auf, was sonst „unsichtbar“ erledigt wird.
  3. Solidarität im Betrieb: Auch ohne Betriebsrat kannst du das Gespräch suchen. Trage Symbole, vernetze dich mit Kolleginnen und unterstütze diejenigen, die auf die Straße gehen können.

Warum Tech-Frauen dabei sein müssen

In der IT-Branche sind wir immer noch unterrepräsentiert. Wir gestalten die Algorithmen der Zukunft – und wenn wir nicht laut sind, werden diese Algorithmen die Vorurteile der Vergangenheit reproduzieren. Wir streiken für eine Welt, in der Technologie von allen für alle gemacht wird.


Schlaue Fragen zum Nachdenken:

  1. Wer würde in deinem Leben am meisten merken, wenn du für 24 Stunden keine bezahlte und unbezahlte Arbeit mehr leistest?
  2. Wie können wir Netzwerke schaffen, die Frauen in Berufen ohne Betriebsrat besser schützen?
  3. Warum wird „Frauenarbeit“ (oft Care-Arbeit) immer noch als selbstverständlich und weniger wertvoll angesehen?